(gefunden von Schneemann von den Crazy-Cruiser und auf unser Page veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Cars & Stripes - Zubehör und Ersatzteile für US-Car's )
Leider stellen wir fest, dass vermehrt Fahrzeuge angeboten werden, bei denen Tachostände und Baujahr/Modelljahr bzw. Erstzulassungsdaten manipuliert worden sind. Tatsächlich stimmen bei ca. 80%, der zur Zeit angebotenen Fahrzeuge eben diese Daten nicht! Mit diesem Merkblatt wollen wir Ihnen eine kleine Hilfe bieten, um zu verhindern, dass Sie auf unseriöse Angebote hereinfallen.
Fakt ist, das es schon in den USA Händler gibt, die sich darauf spezialisiert haben, Fahrzeuge mit hohen Laufleistungen zu kaufen und für den Export nach Europa zu präparieren. Aber auch viele deutsche Händler nutzen die Unkenntnis der deutschen Kunden und der Zulassungsstellen. Es ist zum Beispiel kein Problem, auf den amerikanischen Auktionen ein 2-3 Jahre altes Fahrzeug zu kaufen, mit einer Laufleistung von mehr als 140.000 Meilen (=224.000 km). Dieses Fahrzeug wird dann hier mit 40.000 Meilen (=64.000 km) angeboten. Sie wundern sich dann, wenn Ihr „neuwertiges" US-Fahrzeug mit 80.000 km einen Motor- oder Getriebeschaden hat!?! Beliebte Objekte dieser Art der Manipulation sind populäre Fahrzeuge wie Chevrolet Van G20, Pontiac Trans Sport und natürlich Chrysler Voyager. Das Problem ist, dass sich diese Fahrzeuge trotz sehr hoher Laufleistungen meistens in einem erstklassigen Zustand befinden. Dennoch werden ständig Fahrzeuge verkauft, die einen Tachostand von ca. 20.000 Meilen (32.000 km) aufweisen, sich aber in einem bemitleidenswerten Zustand befinden (zum Beispiel abgegriffene Blinkerhebel und Lenkräder, stark verschlissene Armlehnen usw.) In einem solch schlechtem Zustand befinden sich meist noch nicht einmal Fahrzeuge mit mehr als 150.000 km. Welche Laufleistungen haben dann erst ein Fahrzeug mit den oben beschriebenen Mängeln?
Beim Chrysler Voyager (auch Dodge Caravan und Plymouth Voyager) wird die Gesamtlaufleistung übrigens im Bordcomputer abgespeichert und kann von einem Chrysler-Händler problemlos ausgelesen werden. Leider gibt es schon Grauimporteure, die sich eine teure Ausrüstung zugelegt haben, um auch diese Eintragung im Bordcomputer zu manipulieren. Der originale US-Fahrzeugbrief ist hier Ihre einzige Informationsquelle, um sich vor Betrug zu schützen. Wir gehen an einem anderen Punkt dieses Merkblattes detailliert auf dieses Papier ein.
Nun zum Baujahr/Modelljahr!
In den USA wird ein Fahrzeug nach seinem Modelljahr bewertet. Diese Angabe steht im US-Fahrzeugbrief, lässt sich aber auch sehr leicht aus der Fahrgestellnummer ermitteln. Seit Baujahr 1980 finden Sie die Fahrgestellnummer (VIN) eines jeden US-Fahrzeuges von außen sichtbar hinter der Windschutzscheibe auf der Fahrerseite:
Von links gelesen kennzeichnet die 10. Stelle der Fahrgestellnummer das Modelljahr z.B.:
A = 80 G = 86 N = 92 W = 98
B = 81 H = 87 P = 93 X = 99
C = 82 J = 88 R = 94 Y = 00
D = 83 K = 89 S = 95 1 = 01
E = 84 L = 90 T = 96
F = 85 M = 91 V = 97
Ein Großteil der Fahrzeuge, die heute auf dem Markt angeboten werden, werden mit Erstzulassungsdaten angeboten, die beim besten Willen nicht nachvollziehbar sind. Für den Kunden ergibt sich das Problem, dass korrekte Preisvergleiche unmöglich werden.
Wichtig für Sie als Kunde ist, speziell bei frisch importierten Fahrzeugen (also noch nicht in Europa zugelassen waren), dass sich der Fahrzeugwert hauptsächlich aus dem Modelljahr ergibt. Dies liegt am eigenwilligen Zulassungssystem der USA. Nur seltenen Fällen lässt sich aus einem amerikanischen Fahrzeugbrief (Certificate of Title) das Erstzulassungsdatum erkennen. Hierauf gehen wir später noch näher ein).
In den USA wird also ein Fahrzeug nach seinem Modelljahr bewertet (siehe oben), dass heißt, ein Importeur kauft zum Beispiel einen Chevrolet Van mit einem „P" an der 10. Stelle der Fahrgestellnummer (= Modelljahr 1993) und manipuliert die Fahrzeugpapiere dahingehend, dass ein Erstzulassungsdatum 1994 ausgewiesen wird - so wird Ihnen nicht etwa ein besseres Auto angeboten!. Es geht hier nur um sogenannte Markttransparenz! Falls Sie wüssten, dass der vermeintliche `94er Van nur ein '93er Modell ist, würden Sie vielleicht auch ein paar andere Fahrzeuge in Betracht ziehen, die korrekt als ´93er Modelle angeboten werden und wahrscheinlich qualitativ auch noch besser sind. Wir wollen nicht bestreiten, dass es in den USA auch Fahrzeuge gibt, die erst im folgenden Jahr ihrer Produktion zugelassen werden. Dies lässt sich aber nur bei Fahrzeugen nachvollziehen, die tatsächlich aus 1.Hand stammen. Dies lässt sich daran erkennen, dass der Eintrag in der Spalte "Prev. Issue Date (Ausgabedatum des vorherigen Briefes)" leer ist und in der Spalte "Prev. Reg (Ort der vorhergegangen Zulassung)" ein "N" oder "NE" für "Neufahrzeug" zu finden ist! Das ändert aber nichts an der Tatsache, das der Wert dieses Fahrzeuges sich ausschließlich aus dem Modelljahr ergibt.
Die Manipulation der Zulassungsdaten geht in den meisten Fällen folgendermaßen vor sich:
Viele unseriöse Händler legen bei den Zulassungsstellen nicht den geforderten Originalfahrzeugbrief vor, sondern ein gefälschtes Papier. Sie benutzen dazu ein Blankopapier aus den USA, welches von der Aufmachung einem US-Title sehr ähnlich ist. Dieses Papier ist aber nur ein Formular, welches US-Händler benutzen, wenn sie untereinander Fahrzeuge verkaufen. Dieses Formular können Sie blöckeweise blanko kaufen. Nun trägt der deutsche Händler nur noch die gewünschten Daten (Laufleistung/Erstzulassung) ein. Wir hatten auch schon US-Briefe in der Hand, die mit einem Stempel versehen waren, mit folgendem Wortlaut: "First Registration/ Date" (übersetzt: Datum der Erstzulassung). Ein solcher Stempel existiert nicht in den USA!
Es gab schon Fälle bei denen ein Fahrzeug plötzlich 2 Jahre jünger war, als die Fahrgestellnummer aussagt. Erklärungen, das Fahrzeug hätte länger auf „Halde" gestanden, sollten Sie mit Skepsis begegnen. Es gibt Händler, bei denen nicht ein einziges Fahrzeug mit dem korrekten Modelljahr ausgezeichnet ist. Wenn Sie diesen Händlern Glauben schenken, gibt es in den ganzen USA nicht ein Fahrzeug, das auch in dem Jahr zugelassen wurde, in dem es gebaut wurde. Dies ist doch eher unwahrscheinlich! Bedenken Sie, wie schon Eingangs erwähnt, geht es hier nicht nur um manipulierte Zulassungsdaten. Meistens haben diese Fahrzeuge auch Laufleistungen jenseits der 200.000 km, obwohl der Tachostand bei solchen Fahrzeugen auffälligerweise fast immer 40-50.000 Meilen anzeigt. Das kommt daher, daß der klassische deutsche Käufer Laufleistungen um ca. 60.000 km als akzeptabel einstuft. Leider sind Fahrzeuge mit so niedrigen Laufleistungen ind den USA sehr selten, bzw. kosten deutlich mehr. Daher unser Tip:
Fragen Sie daher immer nach dem Original US Fahrzeugbrief!
Besonders wenn Sie sich für einen „frischen" Import interessieren, sollten Sie keine Ausreden akzeptieren! Um ein Fahrzeug aus den USA zu exportieren, muss der „Title" vorgelegen haben, ansonsten gibt der US-Zoll ein Fahrzeug in der Regel nicht frei. Aus diesem Papier können Sie das richtige Modelljahr ablesen und Sie können die gefahrenen Kilometer nachvollziehen, denn in den USA wird bei jeder Eigentumsübertragung die Laufleistung festgestellt und in den Title eingetragen. Wahrscheinlich ist dies ein weiterer Grund, warum viele Händler dieses Papier lieber im Reißwolf sehen, als in den Händen ihrer Kunden!
Nachdem dieses Merkblatt nun schon einige Zeit von uns veröffentlich wird, stellen wir fest, dass sich einige Methoden geändert haben (wahrscheinlich auch gerade durch dieses Merkblatt). Eine neue Variante einiger Importeure stellen wir hier dar:
Es wird von diversen Anbietern neuerdings sogar damit geworben, dass die Zulassungsdaten korrekt übernommen worden sind. Es wird ihnen auch eine Kopie des Originaltitles vorgelegt. Leider ist es recht leicht aus einer Angabe von 136000 Meilen, 36000 Meilen zu machen, indem die "1", mit der entsprechenden Ausstattung (fragen sie mal einen technischen Zeichner), wegretuschiert wird. Dies ist auf dem Original natürlich deutlich zu erkennen! Dies ist der Grund, warum Ihnen dann nur eine Kopie vorgelegt wird. Deshalb noch einmal unser Tipp:
Fragen Sie immer nach dem Original US Fahrzeugbrief!
Wir möchten hier noch einmal betonen, dass es wirklich gar kein Problem ist, in den USA Fahrzeuge zu kaufen die ebendiese hohen Laufleistung haben, und sich dennoch in einem erstklassigen Zustand befinden. Das Problem ist, dass sich diese Fahrzeug natürlich schnell der technischen Verschleißgrenze nähern, und dann ganz erhebliche Kosten auf Sie zukommen können!
Fahrzeugkauf in den USA
Immer häufiger gibt es Angebote in deutschen Zeitungen von in den USA ansässigen Firmen, mit dem Zusatz "Wir sprechen deutsch". Bitte gehen Sie auf solche Angebote nur äußerst kritisch ein und lassen sich nicht von sogenannten Schnäppchen verblenden. Hier nur stichwortartig einige Anmerkungen:
- Falls die angebotenen Fahrzeuge der betreffenden Firmen wirklich koscher wären (die angebotenen Fahrzeug sind teilweise wirklich erschreckend günstig), dann könnten diese Fahrzeuge in den USA mit sehr hohem Profit verkauft werden. Das eben dies nicht geschieht, sondern diese Fahrzeuge mühsam in Deutschland angeboten werden, sollte Ihnen zu denken geben!
- Bitten Sie um eine Faxkopie des Original-Title!
- Bedenken Sie, dass Klagen in den USA praktisch aussichtslos sind!
- Prüfen Sie die Fahrgestellnummer des betreffenden Fahrzeuges bevor Sie kaufen, auf der Website http://www.carfax.com/ Hier erhalten Sie für $14,95 eine "Geschichte" des betreffenden Fahrzeuges inklusive Erstzulassung und Kilometerständen! Leider sind natürlich nicht für alle Fahrzeuge Informationen gespeichert , aber doch für die meisten. Eine kostenfreie Anfrage lohnt daher immer.
! Zur Zeit kann aus Sicherheitsgründen (Transfer von Kreditkartennummern) diese Abfrage nicht aus Europa durchgeführt werden. CarFax bemüht sich zur Zeit dieses Problem zu lösen.
Zum Vergleich:
Merkblatt zum Kauf eines Amerikanischen Fahrzeuges
